Wie stark ist der Einfluss auf Fehlzeiten?
Wie stark beeinflusst die Unternehmenskultur tatsächlich die mentale Gesundheit und damit auch Fehlzeiten? Welche Rolle spielen Führung, Kommunikation und psychologische Sicherheit im täglichen Miteinander?
Psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz als Schlüssel zur mentalen Gesundheit
Die Entstehung von psychischer Gesundheit ist nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis einer Kultur, die Sicherheit, Vertrauen und Offenheit ermöglicht. Ein entscheidender Hebel dabei ist insbesondere die psychologische Sicherheit. Gemeint ist ein Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeitende ihre Perspektiven teilen, Fragen stellen, Unsicherheiten äußern oder Fehler eingestehen können, ohne Sorge vor negativen Konsequenzen.
Fehlende psychologische Sicherheit erhöht Krankmeldungen und Präsentismus
Dort, wo diese Sicherheit für Mitarbeitende fehlt, steigen Krankmeldungen, Präsentismus (Arbeiten trotz Erkrankung) und die innere Kündigung. Das zeigt sich unter anderem im DAK Gesundheitsreport 2025. Demzufolge stellen psychische Erkrankungen nach Leiden des Atmungsapparates (19,4 %) sowie des Muskel-Skelett-Systems (17,8 %) diejenige Krankheitskategorie dar, auf welche mit einem Anteil von 17,4 Prozent die drittgrößte Anzahl an Arbeitsunfähigkeitstagen entfällt.1 Wo mentale Gesundheit hingegen aktiv gefördert wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Fehlzeiten.2
Warum?
Weil Unsicherheit im Arbeitsalltag die Belastung verstärkt. Wer Stress, Überforderung oder Konflikte nicht offen ansprechen kann, etwa aufgrund eines autoritären Führungsstils, angespannter Teamdynamiken oder unausgesprochener Tabus rund um mentale Gesundheit, bleibt häufig im Funktionsmodus. Nach außen leistungsfähig, innerlich zunehmend erschöpft.
Was zunächst wie „normaler“ Arbeitsstress wirkt, kann sich so schleichend zuspitzen, bis ein längerer Ausfall kaum noch vermeidbar ist.
Präsentismus und Scham: Warum mentale Probleme oft verschwiegen werden
Eine tragfähige Unternehmenskultur wirkt hier wie ein Schutzfaktor. Mitarbeitende, die ihren Führungskräften und Kolleg:innen vertrauen und sich eingebunden fühlen, verschweigen ihre mentalen Probleme weniger und bewerten ihre Belastung deutlich seltener als kritisch. Dass das in Deutschland noch kein gelebter Alltag ist, zeigt eine Umfrage in Deutschland, bei der 65,5 % der Befragten angaben, dass sie sich schämen würden, wenn sie eine psychische Erkrankung hätten. Außerdem gaben 54,1 % der Teilnehmenden an, dass sie trotz der Erkrankung weiterarbeiteten (Präsentismus).3 Das führt zu geringerer Arbeitsleistung und geringerer Arbeitsproduktivität.
Führung und Kommunikation als präventive Gesundheitsfaktoren
Eine respektvolle Führung, offene Kommunikation und hilfsbereites Zusammenarbeiten sind wichtige Aspekte, keine soften Faktoren. Sie sind als präventive Gesundheitsmaßnahmen oft wirksamer als einzelne isolierte Programme. Denn diese Maßnahmen wirken direkt auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Sie schaffen Vertrauen, reduzieren Stress und ermöglichen es, Probleme frühzeitig anzusprechen und zu lösen, bevor größere Belastungen entstehen. Gleichzeitig fördern sie ein unterstützendes Miteinander, das den Umgang mit Arbeitsdruck erleichtert und Überforderung vorbeugt.
Im Gegensatz zu isolierten Maßnahmen entfalten diese Faktoren ihre Wirkung kontinuierlich im Arbeitsalltag. Sie setzen an den Ursachen von Belastung an und tragen nachhaltig zu Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit bei und damit auch zum langfristigen Erfolg der Organisation.
Was bedeutet das für HR? Unternehmenskultur gestalten, bevor Fehlzeiten entstehen
Die zentrale Frage für HR lautet daher: Wie bewusst gestalten wir die kulturellen Rahmenbedingungen, die mentale Stabilität ermöglichen, bevor Fehlzeiten entstehen? Und wo fängt man damit an?
Statt einzelne Maßnahmen willkürlich umzusetzen und nur punktuelle Effekte zu erzielen, ist es sinnvoll, zunächst ein systematisches Verständnis der eigenen Unternehmenskultur zu entwickeln. Eine strukturierte Befragung bietet hierfür eine schlanke und effektive Möglichkeit, ein klares Bild der aktuellen Situation zu gewinnen und darauf aufbauend gezielt Verbesserungen anzustoßen.
Hier setzt SUSTAYN Insights an: Als Tool zur regelmäßigen Mitarbeitendenbefragung hilft es, relevante Faktoren wie psychologische Sicherheit, Führungsverhalten, Kommunikationsqualität oder wahrgenommene Belastungen strukturiert zu erfassen. So werden mögliche Risikobereiche frühzeitig erkannt, bevor sie sich in erhöhten Fehlzeiten, sinkender Produktivität oder innerer Kündigung niederschlagen.
Die kontinuierliche Auswertung, die SUSTAYN Insights möglich macht, schafft Transparenz über kulturelle Stärken und Schwachstellen. HR erhält eine fundierte Entscheidungsgrundlage, um gemeinsam mit Führungskräften gezielte Maßnahmen aus den mitgelieferten Vorschlägen abzuleiten und deren Wirkung im Zeitverlauf zu überprüfen.
Unternehmenskultur wird damit vom abstrakten Leitbild zum steuerbaren Erfolgsfaktor und mentale Gesundheit zu einem strategisch gestaltbaren Bestandteil moderner Personalarbeit. Gerade für HR, das oft für viele Mitarbeitende gleichzeitig verantwortlich ist und nicht immer nah an jeder einzelnen Person arbeiten kann, sind niedrigschwellige, systematische Tools besonders wertvoll: Sie ermöglichen es, alle Mitarbeitenden einfach zu erreichen, Stimmungen und Bedarfe sichtbar zu machen und fundierte Ansatzpunkte für gezielte Maßnahmen zu gewinnen.
Soziale Nachhaltigkeit objektiv messbar machen und daraus sinnvolle Maßnahmen ableiten. Genau hier setzt ihr an. Eine richtig spannende Marktlücke, ich finde das mega!
Kai Diecks, SAERTEX multiCom GmbH
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